Die Initiative Tierwohl für Landwirte

Durch die Initiative Tierwohl sollen Landwirte das Tierwohl noch stärker berücksichtigen können, ohne dass dies ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Teilnehmende Betriebe verpflichten sich, bestimmte Anforderungen umzusetzen. Dies wird mit einem entsprechenden Tierwohlentgelt vergütet.

Seit dem 1. April 2015 können schweinehaltende Landwirte ihre Betriebe bei der Initiative Tierwohl registrieren. Über 2.100 schweinehaltende Betriebe und 900 Betreibe mit Hähnchen- und Putenhaltung wurden nach der ersten Registrierungsphase zur Erstauditierung zugelassen, von denen rund 95% bestanden haben. Durch zusätzliche Finanzmittel konnten im April 2016 weitere 259 schweinehaltende Betriebe sowie 279 Betriebe mit Hähnchen- und Putenhaltung von der Warteliste rücken und zur Erstauditierung zugelassen werden. Bei erfolgreicher Auditierung könnten damit weitere 1,4 Millionen Schweine und 76 Millionen Hähnchen und Puten von der Initiative Tierwohl profitieren. Insgesamt kämen die Tierwohlkriterien dann rund 287 Millionen Tieren zugute.

Dies ist nicht nur ein großer Erfolg für die Initiative, sondern auch für die vielen Landwirte, die ein klares Zeichen für mehr Tierwohl gesetzt haben.

Registrierung und Auditierung
bei der Initiative Tierwohl

Registrierung für Geflügelhalter

Geflügelhaltende Betriebe können sich seit dem 1. Juli für die Initiative Tierwohl registrieren. Die Teilnahme ist für in- und ausländische Hähnchen- und Putenmastbetriebe möglich. Die Betriebe melden sich über ihren Bündler, eine Art Koordinator, an und signalisieren so ihr verbindliches Interesse an der Teilnahme. Eine Liste mit allen Bündlern steht hier bereit.

Für die Geflügelhalter stehen vier verschiedene Etats zur Verfügung: Hähnchen Inland, Hähnchen Ausland, Pute Inland und Pute Ausland. Reichen die finanziellen Mittel der Initiative zunächst nicht für alle interessierten Betriebe aus, werden die Betriebe in der Reihenfolge der Umsetzungszeitpunkte der Kriterien zur Initiative zugelassen. Für den Fall, dass mehrere Betriebe den gleichen Zeitpunkt angeben, die zur Verfügung stehenden Mittel jedoch nicht für alle betreffenden Tierhalter ausreichen, entscheidet unter diesen der Zufallsgenerator. Betriebe, die zunächst nicht zugelassen werden konnten, kommen auf eine Warteliste. Verfügt die Initiative wieder über freie Mittel, werden die Betriebe auf der Warteliste in der Reihenfolge der Umsetzungszeitpunkte zugelassen.

Die Landwirte werden über ihren Bündler über die Zulassung oder die Wartelistenplatzierung informiert.

Nach der Zulassung erfolgt das sogenannte Erstaudit, das die Einhaltung der Grundanforderungen und der angegebenen Kriterien prüft. Ist dies bestanden, erhalten die Tierhalter Anspruch auf die Auszahlung ihres Tierwohlentgeldes für einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Einhaltung der Kriterien wird jährlich unangemeldet erneut überprüft.

Interessierte Geflügelhalter finden hier Informationen zur Registrierung.

Kriterien der Geflügelhaltung

Die Kriterien, die die teilnehmenden Tierhalter erfüllen müssen, liegen über dem gesetzlichen Standard. Dazu zählen neben der Teilnahme am QS-System oder einem anerkannten Qualitätssicherungssystem konkrete Grundanforderungen. Diese sind für die Geflügelproduzenten beispielsweise die Teilnahme an jährlichen Fortbildungen für Tierhalter oder Maßnahmen zur Verbesserung der Fußballengesundheit der Tiere. Zusätzlich müssen Betriebe die beiden Wahlpflichtkriterien – Höheres Platzangebot und das Angebot zusätzlichen Beschäftigungsmaterials – erfüllen. Weitere Informationen zu den Tierwohlkriterien für die Geflügelhaltung finden Sie hier.

Weiterführende Informationen zum Download

Registrierung für Schweinehalter

Schweinehaltende Betriebe können sich seit dem 1. April für die Initiative Tierwohl registrieren. Eine Registrierung erfolgt über den Bündler, eine Art Koordinator. Eine Liste mit allen Bündlern steht hier bereit. Mit der Registrierung signalisieren Tierhalter ihr verbindliches Interesse an der Teilnahme.

Reichen die finanziellen Mittel der Initiative zunächst nicht für alle interessierten Betriebe aus, werden die Betriebe in der Reihenfolge der Umsetzungszeitpunkte der Kriterien zur Initiative zugelassen. Für den Fall, dass mehrere Betriebe den gleichen Zeitpunkt angeben, die zur Verfügung stehenden Mittel jedoch nicht für alle betreffenden Tierhalter ausreichen, entscheidet der Zufallsgenerator. Betriebe, die zunächst nicht zur Auditierung zugelassen werden konnten, kommen auf eine Warteliste. Verfügt die Initiative wieder über freie Mittel, werden die Betriebe auf der Warteliste in der Reihenfolge der Umsetzungszeitpunkte zugelassen.

Die Landwirte werden über ihren Bündler über die Zulassung oder die Wartelistenplatzierung informiert.

Nach der Zulassung erfolgt das sogenannte Erstaudit, das die Einhaltung der Anforderungen prüft. Ist dies bestanden, erhalten die Tierhalter Anspruch auf die Auszahlung ihres Tierwohlentgelts für einen Zeitraum von zwei Jahren bei Geflügel- und drei Jahren bei Schweinehaltung. Die Einhaltung der Kriterien wird jährlich unangemeldet überprüft.

Interessierte Schweinehalter finden hier Informationen zur Registrierung.

Kriterien der Schweinehaltung

Die Kriterien, die die teilnehmenden Tierhalter erfüllen müssen, liegen über dem gesetzlichen Standard. Schweinehaltende Betriebe müssen zur Teilnahme an der Initiative Tierwohl einheitliche Grundanforderungen und bestimmte Wahlpflichtkriterien erfüllen. Zusätzlich können sie sich für die Umsetzung von Wahlkriterien entscheiden. Die Höhe des Tierwohlentgelts hängt von den Kriterien und der Tierzahl ab, die der Betrieb pro Jahr abgibt. Die Kriterien wurden gemeinsam mit Experten definiert, sie werden von unabhängigen Zertifizierungsstellen überprüft.

Zu den Grundanforderungen der Initiative Tierwohl für die Schweineproduktion zählen beispielsweise die Durchführung von Stallklima- und Tränkewasserchecks. Zusätzlich müssen Betriebe mindestens eines der beiden Wahlpflichtkriterien – 10% mehr Platzangebot und ständiger Zugang zu Raufutter – erfüllen. Die Wahlkriterien sind an die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Produktionsarten angepasst. Weitere Informationen finden Sie in den Kriterienkatalogen für die Schweinemast, Sauenhaltung und Ferkelaufzucht. Inwiefern diese Kriterien über gesetzliche Standards hinausgehen, können Sie dieser Zusammenstellung entnehmen.

Weiterführende Informationen zum Download

Häufig gestellte Fragen aus der Landwirtschaft

Seit dem 28. April 2015 ist die erste Registrierungsphase der Initiative Tierwohl für schweinehaltende Betriebe abgeschlossen. Die Resonanz aus der Landwirtschaft war so groß, dass sich mehr Tierhalter angemeldet hatten als Mittel zur Verfügung stehen. In diesen Fall griff ein im Vorfeld festgelegtes Verfahren:

Die angemeldeten Betriebe wurden in der Reihenfolge der von ihnen angegebenen Termine für die Umsetzung der Kriterien für die Auditierung priorisiert. Weil sehr viele Betriebe gleichzeitig den Umsetzungstermin „2.Mai 2015“ angegeben hatten, aber nicht genug Geld für all diese Betriebe vorhanden ist, griff das Losverfahren. Allen Betrieben aus der ersten Registrierungsphase mit demselben Umsetzungszeitpunkt wurden mittels eines Zufallsgenerators Zufallszahlen zugewiesen. Die Platzvergabe auf der Warteliste erfolgte anhand der Sortierung der Zufallszahlen. Es gab keine Quotierung oder sonstige Auswahlkriterien (z.B. Betriebsgröße, Regionalität).

Es werden Betriebe von der Warteliste zur Auditierung zugelassen, wenn weitere Mittel zur Auszahlung an die Betriebe zur Verfügung stehen. Dies geschieht, wenn Betriebe das Audit nicht bestehen sollten und die für sie reservierten Mittel frei werden. Zudem kann Geld freiwerden, wenn sich Betriebe wieder von der Initiative Tierwohl abmelden. Darüber hinaus arbeitet die Initiative daran, weitere einzahlende Partner zu gewinnen.

Jeder Betriebsleiter entscheidet selbst, mit welchen Produktionsarten (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung) er teilnehmen will. Es können auch nur einzelne Produktionsarten teilnehmen.

Sämtliche Anforderungen gelten immer für alle Tiere und Ställe eines teilnehmenden Betriebes. Der Betrieb ist definiert über VVVO-Nummer und Produktionsart (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung). Unter einer VVVO-Nummer kann also jede Produktionsart separat und unabhängig von anderen Produktionsarten angemeldet werden.

Antworten auf häufig gestellte Fragen für Schweinehalter beantworten wir hier.

Ansprechpartner Landwirte

Ihre Fragen aus dem Bereich Landwirtschaft beantworten:

Lena Meinders
Telefon+49 (0) 228 35068-213
Fax+49 (0) 228 35068-16213
E-Maillena.meinders@initiative-tierwohl.de
Olaf Lück
Telefon+49 (0) 228 35068-214
Fax+49 (0) 228 35068-16214
E-Mailolaf.lueck@initiative-tierwohl.de