Viele reden vom Tierwohl.
Wir machen was.
Portrait Gesa Lampe

Die Initiative Tierwohl

Bei der Initiative Tierwohl haben sich seit 2015 erstmalig Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Einzelhandel zusammengeschlossen, um Schritt für Schritt mehr Tierwohl in möglichst vielen Schweine- und Geflügelhaltenden Betrieben zu erreichen.

Landwirte, die bei der Initiative teilnehmen, setzen bestimmte Tierwohlkriterien um, für die sie eine finanzielle Förderung erhalten. Schon heute profitieren davon mehr Tiere als in jedem anderen Programm: In den über 3.400 teilnehmenden Betrieben werden pro Jahr über 14 Millionen Schweine und 235 Millionen Hähnchen oder Puten gehalten.

Die Initiative Tierwohl wird finanziert durch:

»Die Initiative Tierwohl ist für mich ein überzeugendes System – Lebensmitteleinzelhandel und Landwirtschaft stellen hier gemeinsam viel auf die Beine. Deshalb bin ich gerne dabei.«

Steckbrief ITW-Name-PhilippBeckhove

Testimonial-PhilippBeckhove-Retina
Alter: 
44
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Betrieb: 
Hähnchenmast, Schweinemast und Ackerbau
Bei der Initiative Tierwohl seit: 
Oktober 2015
Umgesetzte Kriterien: 
Meine Hähnchen haben mehr Platz und Picksteine als organisches Beschäftigungsmaterial.
Beruflicher Werdegang: 
Ich habe nach meiner landwirtschaftlichen Ausbildung ein Studium zum Diplom Agraringenieur in Osnabrück gemacht. Anschließend habe ich den Schweinemastbetrieb meiner Eltern übernommen und bin in die Hähnchenmast eingestiegen. Jetzt lebe ich mit meiner Frau Marion, unseren drei Kindern und meiner Mutter auf dem Hof im Münsterland. Auch zwei Auszubildenden leben auf unserem Hof. Mit so vielen Menschen unter einem Dach ist bei uns immer etwas los.
Beruf Landwirtin: 
Landwirt ist für mich ein Traumberuf, weil er so vielseitig ist. Ich bin Unternehmer, Ausbilder, Schlosser, Elektriker, Treckerfahrer, Ackerbauspezialist und Tierkenner gleichermaßen. Ich muss mich in allen Bereichen auskennen und kein Tag ist wie der vorherige. Das ist spannend und macht mir einfach Spaß. Ich genieße die Arbeit an der frischen Luft und finde es schön, zu sehen wie sich meine Tiere und Pflanzen entwickeln.
Ein typischer Arbeitstag: 
Einen typischen Tag gibt es für mich eigentlich nicht, aber ein paar Rituale habe ich dann doch. Jeden Morgen gehe ich erst mal mit dem Hund raus, wir machen einen kleinen Hofrundgang und prüfen, ob alles in Ordnung ist. Dann wird mit der ganzen Familie gefrühstückt und anschließend gemeinsam mit unseren Angestellten besprochen, wer heute welche Aufgaben übernimmt. Priorität hat dabei natürlich die Versorgung der Tiere. Gemeinsam gehen wir zwei Mal täglich durch alle Ställe und überprüfen, ob es allen Hähnchen gut geht. Viel Zeit verbringe ich aber auch abseits des Stalls oder Treckers: am Schreibtisch.
Erfahrungen mit der Initiative Tierwohl: 
Die Initiative Tierwohl ist für mich ein überzeugendes System – Lebensmitteleinzelhandel und Landwirtschaft stellen hier gemeinsam viel auf die Beine. Deshalb bin ich gerne dabei und freue mich, dass die Bereitschaft aus der Landwirtschaft schon in der ersten Vertragsperiode so groß war und so viele Landwirte teilnehmen wollten. Durch die Initiative Tierwohl werden unsere Mehrleistungen für’s Tierwohl bezahlt – so kann ich als Landwirt etwas für mehr Tierwohl tun.
Debatte um Tierhaltung: 
Ich glaube, es ist unsere derzeit größte Herausforderung, den Verbrauchern zu erklären, wie moderne Landwirtschaft funktioniert. Deshalb öffne ich gerne meinen Stall und zeige beispielsweise Jugendgruppen im Ferienprogramm, wie moderne Landwirtschaft heute aussieht. Wenn ich anderen das Prinzip der Initiative Tierwohl erkläre, reagieren die meisten begeistert. Hier kann ein ehrlicher Dialog viel erreichen.
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Bildergalerie vom Betrieb Beckhove

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10% mehr Platz haben die Hähnchen von Philipp Beckhove. Das ist eines der Kriterien, die er für die Initiative Tierwohl umsetzt. Er kann feststellen, dass sich dadurch auch die Tiergesundheit verbessert.

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Das Futter für die Hähnchen von Philipp Beckhove besteht aus Mais, Sojaschrot, Getreide und Vitaminen.

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Die Hähnchen stehen auf einer lockeren Einstreu aus Spänen. Eine trockene, lockere Einstreu ist wichtig für die Fußballengesundheit der Hähnchen.

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Mehrfach täglich prüft Philipp Beckhove, ob es seinen Tieren gut geht. Wenn etwas nicht stimmt sieht er das sofort an den Bewegungen der Tiere. Reagiert ein Hähnchen nicht so dynamisch wie sonst, wenn er in den Stall kommt, so überprüft er die Gesundheit dieses Tieres ganz genau.

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Trotz Landwirtschaft 2.0 – Philipp Beckhove überprüft regelmäßig manuell, ob die Futter- und Wasseranlagen richtig funktionieren.

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Ab 2018 ist die regelmäßige Überprüfung des Tränkewassers durch unabhängige Kontrolleure für teilnehmende Betriebe verpflichtend. Die Wasserabgabe im Stall ist digital gesteuert und auf den Bedarf der Tiere angepasst.

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Eine intelligente Waage im Stall misst das Gewicht aller Tiere, die darüber laufen. So ist Philipp Beckhove stets über das Durchschnittsgewicht seiner Tiere informiert.

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Als Landwirt ist Philipp Beckhove vieles in Personalunion: Schlosser, Elektriker, Tierexperte und Unternehmer zum Beispiel. Genau das liebt er an seinem Beruf.

»Die Initiative Tierwohl ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dass direkt so viele Betriebe mitmachen wollten, empfinde ich als einen Riesenerfolg und ein starkes Signal aus der Branche. Ich sehe jeden Tag, wie gut die Kriterien von meinen Schweinen angenommen werden.«

Steckbrief Gesa Lampe

Gesa Lampe
Alter: 
28
Bundesland: 
Niedersachsen
Betrieb: 
Schweinemast und Ackerbau, seit 14 Generationen familiengeführt
Bei der Initiative Tierwohl seit: 
Mitte 2015
Umgesetzte Kriterien: 
Meine Schweine haben 20% mehr Platz und organisches Beschäftigungsmaterial, da gebe ich ihnen unbehandeltes Holz oder Stroh.
Beruflicher Werdegang: 
Ich habe einen Master in Agrarwissenschaft gemacht. Dazwischen habe ich unterschiedliche Praktika in der Landwirtschaft gemacht. Seit drei Jahren bin ich wieder auf dem Betrieb meiner Eltern und übernehme da jetzt nach und nach die Leitung.
Beruf Landwirtin: 
Es macht mir Spaß, viel an der frischen Luft zu arbeiten und nicht immer nur am Schreibtisch zu sitzen. Bei der Arbeit auf dem eigenen Betrieb habe ich viel Gestaltungsspielraum und kann unseren Familienbetrieb zukunftsfähig aufstellen. Außerdem kann ich als Landwirtin Beruf und Familie später perfekt verbinden. Das haben mir meine Eltern schon so vorgelebt: Für sie war der Beruf nie Last, sondern immer Leidenschaft.
Ein typischer Arbeitstag: 
Auf dem Land gibt es keine typischen Tage. Wenn wir Schweine verladen, muss ich richtig früh raus. Dafür sehe ich dann den Sonnenaufgang und freue mich, nicht im Büro sitzen zu müssen. Die Digitalisierung hat manches erleichtert: Das Wachstum meiner Zuckerrüben kann ich mit der Drohne kontrollieren. Den Blick zum Tier ersetzt das natürlich nicht. Die meisten Tage verbringe ich zwischen Schweinestall und Schreibtisch.
Erfahrungen mit der Initiative Tierwohl: 
Die Initiative Tierwohl ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dass direkt so viele Betriebe mitmachen wollten, empfinde ich als einen Riesenerfolg und ein starkes Signal aus der Branche. Ich sehe jeden Tag, wie gut die Kriterien von meinen Schweinen angenommen werden.
Debatte um Tierhaltung: 
Kritik aus der Bevölkerung nehme ich mir zu Herzen. Als Landwirtin will ich, dass es meinen Tieren gut geht. Ich finde, wir sollten alle weniger verallgemeinern. Wir Landwirte haben es lange versäumt, zu zeigen, wie moderne Landwirtschaft aussieht. Ich merke aber auch, dass ein ehrlicher Dialog gut ankommt: Wenn ich den Menschen die Initiative Tierwohl erkläre, finden das die meisten richtig gut.
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Bildergalerie vom Betrieb Lampe

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Im Betrieb Lampe haben die Schweine 20 Prozent mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben. Die Familie hält dafür weniger Schweine pro Bucht, als möglich.

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Ein Kriterium der Initiative Tierwohl ist organisches Beschäftigungsmaterial auf dem die Tiere herumkauen können. Holz ist eine Variante dafür.

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Auch Stroh kann als organisches Beschäftigungsmaterial oder als Raufutter genutzt werden.

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Zu den Grundanforderungen, die jeder Betrieb bei der Initiative Tierwohl erfüllen muss, gehört auch ein Mindestmaß an Tageslicht. Dieses ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

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Gesa übernimmt den elterlichen Betrieb, der seit 14 Generationen in Familienhand liegt. Neben der Schweinemast betreibt die Familie auch Ackerbau.

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Wichtig für Gesa ist es, den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Dazu gehört es auch, schrittweise mehr Tierwohl umzusetzen. Seit 2015 ist der Betrieb Teil der Initiative Tierwohl.