4. April 2017

Die Initiative Tierwohl: Ein Bündnis der Wirtschaft und kein Label

Die Initiative Tierwohl ist ein Bündnis, in dem ausschließlich Vertreter aus der Wirtschaft beteiligt sind. Seit dem 1. Januar 2015 setzt sich die Initiative für mehr Tierwohl in möglichst vielen Schweine- und Geflügelhaltenden Betrieben ein. Dafür haben sich erstmalig Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel zusammengeschlossen. Sie entwickeln die Initiative stetig weiter. Die Initiative Tierwohl bietet kein Produktlabel an, das Fleisch aus Tierwohl-Betrieben kennzeichnet.

Der Ansatz der Initiative: Mehr Tierwohl für möglichst viele Nutztiere. Ein solcher Wandel ist nicht auf Knopfdruck umsetzbar, sondern muss Schritt für Schritt erfolgen. Nur so können möglichst viele Betriebe Veränderungen umsetzen. Dieser Ansatz hat Erfolg: Kein anderes System hat bisher mehr erreicht. Über 3.400 Betriebe mit mehr als 249 Millionen Schweinen, Hähnchen und Puten sind bereits Teil der Initiative. Für uns gilt es jetzt, unser Programm weiterzuentwickeln. Mit dem Programm für die Jahre 2018-2020 haben wir damit begonnen.

Warum die Initiative kein Label ist

Die Initiative Tierwohl ist kein Label. Das bedeutet, der Verbraucher kann nicht erkennen, ob ein Produkt aus einem Tierwohl-Betrieb stammt. Darauf wird auch auf jeder Verkaufsverpackung ausdrücklich hingewiesen. Der Grund: Die eindeutige Zuordnung eines Produktes zu den erzeugenden Betrieben, der so genannten Nämlichkeit, ist aufwändig. Besonders im Bereich Schwein durchlaufen die Tiere in der Regel drei verschiedene landwirtschaftliche Betriebe (Sauenhaltung, Ferkelaufzucht, Mastbetrieb). Würden wir eine Nämlichkeit einführen, dürften Tierwohl-Betriebe nur von anderen Tierwohl-Betrieben beziehen, damit das Endprodukt ein Tierwohl-Produkt wäre. Das würde einen deutlichen Eingriff in bestehende Marktstrukturen bedeuten. Es ist wahrscheinlich, dass viele Betriebe unter diesen Umständen nicht mitmachen würden. Da wir aber möglichst vielen Betrieben die Teilnahme ermöglichen wollen, haben wir uns bewusst gegen ein Label im Sinne der Nämlichkeit entschieden. (Informationen finden Sie auch in diesem Erklärvideo) Aber: Wer Schweine- oder Geflügelfleisch in einem der beteiligten Märkte kauft, kann sich sicher sein, dass aktuell für jedes Kilo 4 Cent an den Tierwohlfonds abgeführt werden, um Landwirte bei der Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen zu unterstützen.

Wir wissen, dass Verbraucher sich eine klare Kennzeichnung durch ein Label wünschen. Deshalb werden wir diesem Wunsch einen ersten Schritt entgegen kommen. Ab 2018 soll erreicht werden, dass Verbraucher bei unbehandeltem Geflügelfleisch erkennen können, dass das Produkt aus einem Tierwohl-Betrieb stammt.

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