Die Initiative Tierwohl für Landwirte

Durch die Initiative Tierwohl sollen Landwirte das Tierwohl noch stärker berücksichtigen können, ohne dass dies ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Teilnehmende Betriebe verpflichten sich, bestimmte Anforderungen umzusetzen. Dies wird mit einem entsprechenden Tierwohlentgelt vergütet.

Über 4.100 schweinehaltende Betriebe und knapp 1.900 Betreibe mit Hähnchen- und Putenhaltung mit rund 520 Millionen Tieren sind seit Beginn der neuen Vertragslaufzeit im Januar 2018 Teil der Iniative. Dies entspricht fast einer Verdopplung der Teilnehmerzahlen im Vergleich zur Laufzeit 2015-2017 und wurde durch eine Erhöhung der Finanzmittel durch den Handel und die Anpassung der Kriterien ermöglicht.

Dies ist nicht nur ein großer Erfolg für die Initiative, sondern auch für die vielen Landwirte, die ein klares Zeichen für mehr Tierwohl gesetzt haben.

Registrierung und Auditierung
bei der Initiative Tierwohl

Registrierung für Geflügelhalter

Die Teilnahme ist für in- und ausländische Hähnchen- und Putenmastbetriebe möglich. Die Betriebe melden sich über ihren Bündler, eine Art Koordinator, an und signalisieren so ihr verbindliches Interesse an der Teilnahme. Eine Liste mit allen Bündlern steht hier im Bereich „Teilnehmer und Adressen“ bereit.

Für die Geflügelhalter stehen vier verschiedene Etats zur Verfügung: Hähnchen Inland, Hähnchen Ausland, Pute Inland und Pute Ausland. Die Landwirte werden über ihren Bündler über die Zulassung oder die Wartelistenplatzierung informiert.

Nach der Zulassung erfolgt das sogenannte Erstaudit, das die Einhaltung der Grundanforderungen und der angegebenen Kriterien prüft. Ist dies bestanden, erhalten die Tierhalter Anspruch auf die Auszahlung ihres Tierwohlentgeldes für einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Einhaltung der Kriterien wird zweimal jährlich überprüft.

Interessierte Geflügelhalter finden hier Informationen zur Registrierung.

Kriterien der Geflügelhaltung

Die Kriterien, die die teilnehmenden Tierhalter erfüllen müssen, liegen über dem gesetzlichen Standard. Dazu zählen neben der Teilnahme am QS-System oder einem anerkannten Qualitätssicherungssystem konkrete Grundanforderungen. Diese sind für die Geflügelproduzenten beispielsweise die Teilnahme an jährlichen Fortbildungen für Tierhalter oder Maßnahmen zur Verbesserung der Fußballengesundheit der Tiere. Zusätzlich müssen Betriebe Pflichtkriterien erfüllen – höheres Platzangebot, das Angebot zusätzlichen Beschäftigungsmaterials und jährliche Stallklima- und Tränkewasserchecks. Weitere Informationen zu den Tierwohlkriterien für die Geflügelhaltung finden Sie hier.

Weiterführende Informationen zum Download

Registrierung für Schweinehalter

Eine Registrierung erfolgt über den Bündler, eine Art Koordinator. Eine Liste mit allen Bündlern steht hier bereit, unter „Teilnehmer und Adressen“. Mit der Registrierung signalisieren Tierhalter ihr verbindliches Interesse an der Teilnahme. Die Landwirte werden über ihren Bündler über die Zulassung oder die Wartelistenplatzierung informiert.

Nach der Zulassung erfolgt das sogenannte Erstaudit, das die Einhaltung der Anforderungen prüft. Ist dies bestanden, erhalten die Tierhalter Anspruch auf die Auszahlung ihres Tierwohlentgelts für einen Zeitraum von zwei Jahren bei Geflügel- und drei Jahren bei Schweinehaltung. Die Einhaltung der Kriterien wird zweimal jährlich unangemeldet überprüft.

Interessierte Schweinehalter finden hier Informationen zur Registrierung.

Kriterien der Schweinehaltung

Die Kriterien, die die teilnehmenden Tierhalter erfüllen müssen, liegen über dem gesetzlichen Standard. Schweinehaltende Betriebe müssen zur Teilnahme an der Initiative Tierwohl einheitliche Grundanforderungen und bestimmte Wahlpflichtkriterien erfüllen. Zusätzlich können sie sich für die Umsetzung von Wahlkriterien entscheiden. Die Höhe des Tierwohlentgelts hängt von den Kriterien und der Tierzahl ab, die der Betrieb pro Jahr abgibt. Die Kriterien wurden gemeinsam mit Experten definiert, sie werden von unabhängigen Zertifizierungsstellen überprüft.

Zu den Grundanforderungen der Initiative Tierwohl für die Schweineproduktion zählen beispielsweise die Durchführung von Stallklima- und Tränkewasserchecks. Zusätzlich müssen Betriebe mindestens eines der beiden Wahlpflichtkriterien – 10% mehr Platzangebot und ständiger Zugang zu Raufutter – erfüllen. Die Wahlkriterien sind an die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Produktionsarten angepasst. Weitere Informationen finden Sie in den Kriterienkatalogen für die Schweinemast, Sauenhaltung und Ferkelaufzucht. Inwiefern diese Kriterien über gesetzliche Standards hinausgehen, können Sie dieser Zusammenstellung entnehmen.

Weiterführende Informationen zum Download

Häufig gestellte Fragen aus der Landwirtschaft

Es gibt 2 unterschiedliche jährliche Audits. Das umfassende Folgeaudit (mit Dokumentenprüfung) ist unangekündigt (maximal 24 Std. vorher angemeldet). Dies gilt auch für das erste Audit zu Beginn der Teilnahme. Zusätzlich gibt es ein zweites jährliches Audit (bei dem die Kriterien im Stall untersucht werden), das völlig spontan durchgeführt wird.

Jeder Betriebsleiter entscheidet selbst, mit welchen Produktionsarten (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung) er teilnehmen will. Es können auch nur einzelne Produktionsarten teilnehmen.

Sämtliche Anforderungen gelten immer für alle Tiere und Ställe eines teilnehmenden Betriebes. Der Betrieb ist definiert über VVVO-Nummer und Produktionsart (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung). Unter einer VVVO-Nummer kann also jede Produktionsart separat und unabhängig von anderen Produktionsarten angemeldet werden.

Antworten auf häufig gestellte Fragen für Schweinehalter beantworten wir hier.

Ansprechpartner Landwirte

Ihre Fragen aus dem Bereich Landwirtschaft beantworten:

Lena Meinders
Telefon+49 (0) 228 35068-213
Fax+49 (0) 228 35068-16213
E-Maillena.meinders@initiative-tierwohl.de