Handel und Gastronomie

Die Initiative Tierwohl wurde 2015 als Zusammenschluss aus Lebensmitteleinzelhandel, Landwirtschaft und Fleischwirtschaft gegründet. Die teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler finanzierten das System bislang über einen Fonds. Mit dem neuen Finanzierungsmodell zahlt der Handel bei Mastschweinen und Mastgeflügel nicht mehr in einen Fonds ein. Stattdessen sind Tierwohlaufpreise, wie in einer Marktwirtschaft üblich, an den Austausch von Waren gebunden. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel steht Unternehmen aus dem Onlinehandel und der Gastronomie die Teilnahme ebenfalls offen.

Von der Fondsfinanzierung zur Marktlösung

Mehr Tierwohl kann langfristig nur über eine Marktlösung umgesetzt werden. Sie ist die einzige wirtschaftlich zukunftsfähige Lösung für ein nachhaltiges Fortbestehen des Erfolgsmodells der Initiative Tierwohl.

Mit der Umstellung auf die Marktlösung werden alle beteiligten Handelspartner und die Gastronomie einen Preisaufschlag für nämliches Schweine- und Geflügelfleisch an die Lieferanten auszahlen. Diese wiederum reichen den Aufpreis entlang der Wertschöpfungskette weiter, bis zum Tierhalter. Pro verkauftem Kilogramm Fleisch und Fleischwaren zahlen die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr an die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl.

Umstellungsfonds Ferkelerzeugung

Die Fondlösung verschwindet aber nicht komplett, für die Ferkelaufzucht wird die Fondsfinanzierung vorerst weiterhin umgesetzt. Mit dem Ziel, die Ferkelerzeugung verstärkt in der Initiative einzubinden, werden diese Betriebe über einen Fond weiterhin separat gefördert. Dieser Fonds wird direkt von den Handelspartnern und der Gastronomie finanziert und funktioniert genauso wie das bisherige Modell.

Ab 2023 soll die Ferkelaufzucht dann sowohl in die Nämlichkeit als auch in die Marktlösung überführt werden. Dafür wird es ab 2021 einen „Übergangsfonds“ geben mit dem Ziel, zunächst geschlossene „ITW-Lieferketten“ zwischen Sauenhaltern und Ferkelaufzuchtbetrieben aufzubauen.

Downloadbereich