Magazin
14. Dezember 2015

Die erste Zwischenbilanz zur Überprüfung geflügelhaltender Betriebe ist positiv

Puten an der Wassertränke

897 geflügelhaltende Betriebe stellen derzeit im Rahmen der unabhängigen Kontrollen unter Beweis, ob Sie die vorgegebenen Kriterien der Initiative Tierwohl erfüllen. Darunter 645 Hähnchenmast- und 252 Putenmastbetriebe. Alle haben sich verpflichtet, über gesetzliche Standards hinausgehende Tierwohl-Maßnahmen umzusetzen. Seit Oktober finden die sogenannten Erstaudits der Geflügelbetriebe statt. Die erste Zwischenbilanz fällt sehr positiv aus. Das bestätigt auch Sarah Dieckmann, die als Auditorin bundesweit Kontrollen für die Initiative Tierwohl vornimmt.

Für die geflügelhaltenden Betriebe gilt dabei ein Katalog mit fest definierten Kriterien. Dazu zählen unter anderem Grundanforderungen, die etwa die Herkunft und Vermarktung sowie die Überwachung und Pflege der Tiere betreffen. Darüber hinaus müssen teilnehmende Betriebe den Tieren zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und ein vergrößertes Platzangebot bieten.

Die Zwischenbilanz ist erfreulich: 134 deutsche Hähnchenmastbetriebe wurden bereits überprüft, 132 haben die Prüfung bestanden und sind nun anspruchsberechtigt. Von den bislang 16 ausländischen auditierten Betrieben haben alle die Kriterien korrekt erfüllt und bestanden. Von 32 in Deutschland überprüften Putenmastbetrieben haben bis auf einen Betrieb alle erfolgreich abgeschlossen. Die Audits im Ausland stehen noch aus.

Sarah Dieckmann kontrolliert als Auditorin geflügelhaltende Landwirte, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen möchten. Im Rahmen unangekündigter Besuche überprüft sie die Umsetzung der Tierwohlmaßnahmen. „Bei den sogenannten Erstaudits stelle ich fest, ob die Grundanforderungen, etwa zur Hygiene und zur Pflege der Tiere, erfüllt sind. Anders als bei den schweinehaltenden Betrieben, müssen geflügelhaltenden Betriebe sämtliche Zusatzkriterien erfüllen und können nicht zwischen Kriterien wählen“, so die Prüferin. Ihre erste Zwischenbilanz fällt positiv aus: “Gerade bei den geforderten zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten lässt sich bei meinen bisherigen Kontrollen in den Ställen feststellen, dass die Landwirte ihren Tieren häufig noch mehr Angebote, als nötig zur Verfügung stellen. Dazu zählen oft sehr kreative Bewegungs- und Pickangebote, mit denen die Tiere beschäftigt werden.“

Wenn die Erstüberprüfungen erfolgreich verlaufen, werden die Geflügelmäster als zertifizierte Mitglieder in die Initiative Tierwohl aufgenommen. Mitte Januar sollen die Kontrollen auf allen Hähnchenmastbetrieben abgeschlossen sein, im April auf allen Putenmastbetrieben. Bis zu 247 Millionen Hähnchen und rund 8,3 Millionen Puten könnten dann insgesamt von den Tierwohl-Maßnahmen der Initiative profitieren.

Artikel teilen: