Innovationsförderung in der Wissenschaft

Fördermitglieder unterstützen die Initiative Tierwohl mit einem jährlichen Förderbeitrag von mindestens 25.000 Euro. Damit kann die Initiative im Rahmen ihrer Innovationsförderung weitergehende Maßnahmen vorantreiben – etwa die Erprobung innovativer Maßnahmen in der Haltung oder die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis. Einen Überblick zu den bereits geförderten wissenschaftlichen Projekten finden Sie hier:

Wissenschaftliche Projekte aus Födererbeiträgen

Einfluss der ITW-Teilnahme auf Schlachtbefunde, Tiergesundheitsindex sowie Antibitotika- und Salmonellenstatus unter besonderer Berücksichtigung des zeitlichen Verlaufs
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  • Antragsteller: Prof. Dr. Krieter, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Laufzeit: Dezember 2017 bis August 2019
  • Fördervolumen: 52.372 €

Projektbeschreibung:

Die Gesundheit der Tiere ist ein zentraler Bestandteil des Tierwohls. Um Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Tiere gewinnen zu können werden in der Initiative Tierwohl Schlachtbefunddaten von Schweinen und Geflügel erfasst und ausgewertet. Die Universität Kiel möchte mit diesem Projekt auf Grundlage der Schlachtbefunddaten bei Schweinen untersuchen, wie sich die ITW-Teilnahme auf die Schlachtbefunddaten und somit auf die Gesundheit der Tiere auswirkt. Hierbei werden die Befunddaten der Betriebe vor und während der Teilnahme verglichen, sowie von teilnehmenden Betrieben und nicht-teilnehmenden Betrieben. Zudem wird untersucht, ob die Teilnahme einen Einfluss auf den Antibiotika-Status und den Salmonellenstatus ausübt. Ein Ergebnis war unter anderem, dass sich die ITW-Teilnahme positiv auf die Leberbefunde und die Lungenveränderungen auswirkt. Zudem wurde bei ITW-Betrieben eine stärkere Abnahme der Salmonellenprävalenz beobachtet.

Weiterentwicklung des Tiergesundheitsindexes
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  • Antragsteller: Prof. Dr. Krieter, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Laufzeit: 15. Juli 2019 bis 14. Juli 2021
  • Fördervolumen: 74.000 €

Projektbeschreibung:

Seit August 2018 wird der Tiergesundheitsindex für alle Schweinemastbetriebe in der Initiative Tierwohl berechnet und an die Mäster zurückgemeldet. Grundlage des Indexes sind die Schlachtbefunddaten, die die Schlachthöfe verpflichtend melden müssen. Die Tierhalter haben die Möglichkeit, die Tiergesundheit auf Ihrem Betrieb zu bewerten und sich mit anderen Betrieben zu vergleichen. Der Tiergesundheitsindex besteht aus vier Teilindices: Atemwegsgesundheit (Lunge, Brustfell, Herz), sonstige Organe (Leber, Darm), Gliedmaßengesundheit und Unversehrtheit. Ziel der Weiterentwicklung ist es, einen einheitlichen Index über alle Schlachthöfe zur entwickeln, sodass Tierhalter, die an mehrere Schlachtbetriebe liefern, eine einheitliche Bewertungsgrundlage haben. Zudem werden von den Tierhaltern weitere Kennzahlen, wie beispielsweise der Therapieindex aus dem Antibiotikamonitoring oder die Tierverluste berücksichtigt, um die Tiergesundheit zu bewerten und zu verbessern.

Digitale Medikamentenerfassung und deren Nutzung für das Herdenmanagement beim Schwein (DigiMed)
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  • Antragsteller: Prof. Dr. Joachim Krieter, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Laufzeit: Juni 2020 bis Mai 2022
  • Fördervolumen: 88.108 €

Projektbeschreibung:

In der Schweinehaltung fehlen häufig EDV-gestützte Dokumentationssysteme für Arzneimittelanwendungen, um gezielte Schwachstellenanalysen durchzuführen zu können. Im Projekt „DigiMed“ wird ein System verwendet, welches eine digitale und zudem einzeltierbezogene Erfassung von Medikamentendaten für Sauen, Ferkel und Mastschweine ermöglicht. Aufbauend auf dieser Erfassung sollen Gesundheitsberichte für Sauen und Ferkel erstellt werden, die das Management unterstützen und für eine zielgerichtete Schwachstellenanalysen von Bedeutung sind. Für Mastschweine können die Behandlungsdaten in Verbindung mit den Schlachtbefunddaten für das Gesundheitsmonitoring nutzbar gemacht werden. Die Bereitstellung von einzeltierbezogenen Behandlungsdaten könnte zukünftig auch für zur Zucht von gesünderen Tieren beitragen.

Innovationsförderung aus weiteren Mitteln

Untersuchungen der Parameter „Gelenkveränderungen“ und „Knochenfrakturen“ bei Masthühnern und Mastputen am Schlachthof hinsichtlich deren Eignung als Tierwohlindikatoren im Rahmen der Initiative Tierwohl (ITW)
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  • Antragsteller: Prof. Dr. Robby Andersson, Hochschule Osnabrück
  • Laufzeit: 01.September 2019 bis 31. August 2021
  • Fördervolumen: 264.853,20 €

Projektbeschreibung:

In der Haltung und Züchtung von Puten und Hähnchen wird das Vorkommen von Gelenkveränderungen und Knochenfrakturen als tierschutzrelevanter Sachverhalt diskutiert. Im Projekt von der Hochschule Osnabrück wird das Auftreten von Knochenbrüchen und Gelenkveränderungen bei Mastgeflügel erfasst und evaluiert inwieweit diese Parameter geeignete Indikatoren für das Tierwohl darstellen. Sollten die Parameter sich als geeignet herausstellen, sollen die pathologischen Veränderungen mittels digitaler Bildaufnahmen erfasst werden, um eine objektive Beurteilung der Gelenkveränderungen und Knochenbrüche zu ermöglichen.

Detektion von Verletzungen bei Puten unter Verwendung von neuronalen Netzwerken – ein automatisches Frühwarnsystem (Red Alert)
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  • Antragsteller: Dr. Birgit Spindler, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
  • Laufzeit: 01. April 2019 bis 30. Juni 2021
  • Fördervolumen: 256.094,00 €

Projektbeschreibung:

Kannibalismus ist bei der Haltung von Puten ein bedeutendes Tierschutzproblem. Um einen Kannibalismus-Ausbruch in der Herde zu vermeiden ist es vor allem entscheidend die ersten Anzeichen eines Ausbruchs frühzeitig erkennen zu können. Mit diesem Problem beschäftigt sich die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und entwickelt ein kameragestütztes Frühwarnsystem bzw. ein kontinuierliches Überwachungssystem für Verletzungen bei Puten. Dieses System soll die Anfänge von Kannibalismus im Bestand erkennen und dem Tierhalter melden. Somit soll einem schwerwiegenden Kannibalismus-Ausbruch präventiv entgegengewirkt werden. Für die Entwicklung des Systems werden Filmaufnahmen im Verlauf der Haltung von Putenhennen angefertigt. Anhand dieser Kamerabilder wird das Frühwarnsystem entwickelt, welches dann automatisiert Verletzungen bei Puten erkennen kann.

Pilot Kluger Stall
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  • Dr. Gé Backus, Connecting Agri & Food GmbH
  • Laufzeit: 04. April 2019 bis 30. Juni 2021
  • Fördervolumen: 163.945,00 €

Projektbeschreibung:

Das Stallklima trägt zum Wohlbefinden der Tiere und ist ein wesentlicher Bestandteil des Tierwohl. In der Praxis gibt es häufig große Stallklimaunterschiede und die Schweinehalter kennen das tatsächliche Klima in Ihrem Stall oft nicht genau. Im Projekt „Pilot Kluger Stall“ von der Connecting agri & food GmbH aus den Niederlanden wurde eine Lösung entwickelt, die den Schweinehaltern einen Einblick in die klimatischen Bedingungen in den Ferkel- und Mastschweineställen liefert. Über Sensoren im Stall werden alle 10 Minuten Messwerte zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Kohlendioxid, sowie Ammoniak-Gehalt erfasst und ausgewertet. Die teilnehmenden Tierhalter haben zudem die Möglichkeit Ihre Auswertung mit anderen Teilnehmern zu vergleichen und so betriebsindividuelle Schwachstellen zu erkennen. Eine Alarmfunktion, die bei Überschreitung der betriebsindividuellen Grenzwerte ausgelöst wird, ermöglicht es den Landwirten auf Extremsituationen schnellstmöglich zu reagieren.