Handel und Gastronomie

Teilnehmende Unternehmen aus Handel und Gastronomie können Produkte aus Geflügel-, Schweine- und Rindfleisch aus zertifizierten tierhaltenden Betrieben mit dem Siegel der Initiative Tierwohl anbieten. Dafür zahlen sie einen Tierwohl-Preisaufschlag an ihre Lieferanten.

Produktsiegel der Initiative Tierwohl

Von der Fondsfinanzierung zur Marktlösung

Alle beteiligten Handelspartner und die Gastronomie zahlen einen Preisaufschlag für nämliches Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch an die Lieferanten aus. Diese wiederum reichen den Aufpreis entlang der Wertschöpfungskette weiter, bis zum Tierhalter. Pro verkauftem Kilogramm Fleisch und Fleischwaren zahlen die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr an die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl.

Umstellungsfonds Ferkelerzeugung

Die Initiative Tierwohl wurde 2015 als Zusammenschluss aus Lebensmitteleinzelhandel, Landwirtschaft und Fleischwirtschaft gegründet. Die teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler finanzierten das System bis Ende 2020 mittels eines Fonds, aus dem die teilnehmenden Tierhalter für den Tierwohlmehraufwand finanziell entschädigt wurden. 6,25 Cent pro verkauftem Geflügel- und Schweinefleischs zahlten die Unternehmen ein, insgesamt 645 Mio.€ seit der Gründung. Seit Januar 2021 greift die oben beschriebene Marktlösung.

Die Fondlösung verschwindet aber nicht komplett, für die Ferkelaufzucht wird die Fondsfinanzierung vorerst weiterhin umgesetzt. Mit dem Ziel, die Ferkelerzeugung verstärkt in der Initiative einzubinden, werden diese Betriebe über einen Fond weiterhin separat gefördert. Dieser Fonds wird direkt von den Handelspartnern und der Gastronomie finanziert und funktioniert genauso wie das bisherige Modell.

Nämlichkeit ausbauen

Ab 2023 soll die Ferkelaufzucht dann sowohl in die Nämlichkeit als auch in die Marktlösung überführt werden. Nämlichkeit bedeutet: Die Ware ist zu einem definierten Warenstrom zugehörig. Das heißt, sie kann bis zum landwirtschaftlichen Betrieb zurückverfolgt werden. Bei der Initiative Tierwohl bedeutet dies, dass Produkte mit einem Siegel gekennzeichnet werden können und der Verbraucher im Laden somit Fleisch aus ITW Betrieben erkennen kann. Dafür wird es zunächst einen „Übergangsfonds“ geben mit dem Ziel, geschlossene „ITW-Lieferketten“ zwischen Sauenhaltern und Ferkelaufzuchtbetrieben aufzubauen.

Die Partner und ihre Rollen für die ITW-Geflügel

Schaubild Finanzierung Geflügel

Die Partner und ihre Rollen für die ITW-Rind

Schaubild Finanzierung Rind

Downloadbereich