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7. Februar 2019

3 Fragen an: AgrarScout Philipp Krainbring

AgrarScout Krainbring Internationale Gruene Woche

Die Erinnerungen sind noch frisch. Gerade erst ist mit der Internationalen Grünen Woche in Berlin zum 84. Mal Deutschlands Vorzeigemesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau zu Ende gegangen. Die Initiative Tierwohl war wie in den Vorjahren auch mit einem Stand vertreten. „Willkommen im virtuellen Stall“ hieß es bei uns: Mit einem interaktiven Stallmodell und 360-Grad-Stallrundgang mit VR-Brillen gibt die Initiative einen echten Einblick in die moderne Nutztierhaltung. Zeigen, wie moderne Landwirtschaft aussieht – das war auch die Motivation von rund 100 jungen Landwirten aus ganz Deutschland. Als AgrarScouts suchten sie auf der Messe den Dialog mit den Verbrauchern. Philipp Krainbring, der in Sachsen-Anhalt einen Ackerbaubetrieb leitet, war einer von ihnen.  Er war in diesem Jahr schon zum zweiten Mal dabei. Auf dem Erlebnisbauernhof erklärte er interessierten Besuchern der Grünen Woche, wie moderne Landwirtschaft mit der Initiative Tierwohl funktioniert. Bei dieser Gelegenheit haben wir direkt mal nachgefragt:

AgarScout Philipp Krainbring am Messestand der Initiative Tierwohl auf der Internationalen Grünen Woche 2019. Besucher konnten hier entdecken, welche Kriterien für mehr Tierwohl ITW-Landwirte auf ihren Betrieben umsetzen.

ITW: Hallo Herr Krainbring, stellen Sie sich doch einmal kurz vor!

Philipp Krainbring: Ich bin 32 Jahre alt und Betriebsleiter auf einem Ackerbaubetrieb in der Nähe von Magdeburg. Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, habe in Kiel Agrarwissenschaften studiert und bin im Rahmen der Grünen Woche hier als AgrarScout unterwegs.

ITW: Sie sind regelmäßig als AgrarScout für das Forum Moderne Landwirtschaft unterwegs. Wie würden Sie diese Rolle beschreiben und was motiviert Sie?

Philipp Krainbring: Als AgrarScouts bieten wir dem Verbraucher die Möglichkeit, auf der Grünen Woche mal direkt mit dem Produzenten seiner Lebensmittel zu sprechen. Viele Städter haben diese Gelegenheit ja eher selten, interessieren sich aber dafür, wie moderne Landwirtschaft eigentlich funktioniert. In der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Das wollen wir erklären, Fragen beantworten und auch ein Gespür für die Sorgen der Leute bekommen. So können manchmal auch Probleme ausgeräumt werden und im Dialog stellt man fest: So unterschiedlich sehen wir das gar nicht.

ITW: Welche Trendthemen konnten Sie bisher auf der Grünen Woche 2019 ausmachen?

Philipp Krainbring: Die aktuellen Trendthemen sind nicht auf 2019 zu begrenzen, viele davon bewegen uns Landwirte und sicher auch den Verbraucher schon länger. Mehr Tierwohl ist auf jeden Fall ein Thema, das Besucher interessiert. Man merkt, dass sich manche Verbraucher stärker mit Ernährungsthemen auseinandersetzen und sich beispielsweise fragen: Wie regional sind denn meine Lebensmittel? Muss es eigentlich Bio sein? Was bedeutet das Tierwohl Siegel? Auch das Interesse am Verhältnis von Landwirtschaft und Umwelt steigt: Pflanzenschutzmitteleinsatz und Insektensterben sind beispielsweise Themen, die sich an einigen Ständen wiederfinden und die Verbraucher interessieren.

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