7. August 2017

Schweinehalterin Lampe ist überzeugt von der Initiative Tierwohl und möchte weiter dabei sein

Wenn die Vertragslaufzeit 2018 – 2020 der Initiative Tierwohl beginnt, möchte auch Gesa Lampe wieder dabei sein. Seit zwei Jahren nimmt sie an der Initiaitve teil und setzt in ihren Schweineställen Tierwohlkriterien um. Aus eigener Erfahrung würde sie anderen Landwirten auf jeden Fall empfehlen, sich für die nächste Phase anzumelden.

Initiative Tierwohl: Wie würden Sie Ihre Erfahrungen mit der Initiative Tierwohl in den letzten Jahren beschreiben?

Gesa Lampe: Ich bin von der Initiative Tierwohl überzeugt und würde auch meinen Berufskollegen empfehlen, das auszuprobieren. Meine Schweine haben 20% mehr Platz, da kann ich einen klaren positiven Effekt auf die Tiergesundheit feststellen. Außerdem bringt die Bewegungsfreiheit mehr Ruhe in den Stall. Auch die Futterverwertung hat sich durch mehr Platz in den Buchten verbessert, das heißt ich habe zudem ökonomische Vorteile.

I.T.: Ihre Schweine haben organisches Beschäftigungsmaterial in den Buchten. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

G.L.: Es ist eine gute Methode, um die Tiere zu beschäftigen. Gerade mit organischem Material wie Holz oder Stroh kommt man dem typischen Verhalten der Tiere am nächsten. Ich werde beide Kriterien genau so wieder anmelden.

I.T.: Die Initiative Tierwohl bedeutet auch bürokratischen Aufwand für die Landwirte. Steht das in Relation zum Mehrwert?

G.L.: Absolut. Die Vergütung finde ich angemessen. Zumal sich die Kosten für die Umsetzung der Kriterien auf Dauer amortisieren. Ich habe keine wirtschaftlichen Nachteile durch meine Teilnahme an der Initiative Tierwohl und kann positive Auswirkungen auf die Tiergesundheit feststellen. Außerdem schärft die Teilnahme das Auge für Tierwohl. Das ist auch ein positives Gefühl für mich selbst – ich kann den Wünschen der Verbraucher entgegenkommen und aktiv etwas für mehr Tierwohl tun.

I.T.: Was unterscheidet die Initiative in Ihren Augen von anderen Ansätzen für mehr Tierwohl?

G.L.: Keine andere Initiative arbeitet über die komplette Wertschöpfungskette hinaus zusammen. Das ist ein gutes Angebot und wir Landwirte sollten als wichtiges Glied in dieser Kette unsere Bereitschaft zur Mitarbeit signalisieren. Dass die Lebensmitteleinzelhändler ab 2018 statt 4 Cent 6,25 Cent pro Kg abführen ist ein super Signal. Außerdem sehe ich, dass die Initiative sich stetig weiterentwickelt. Zum Beispiel werden Befunddaten für einen Tiergesundheitsindex erhoben und ab 2018 können erste Geflügelprodukte von ITW Betrieben auch als solche gekennzeichnet werden. Die Initiative ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Tierwohl in der Breite. In keinem anderen System können so viele Schweine und Hähnchen ein Mehr an Tierwohl erleben. Trotzdem verstehe ich, dass jeder Landwirt das für sich selbst durchrechnen und individuell entscheiden muss, ob sich eine Teilnahme lohnt. Ich persönlich finde die Kriterien auch in ihrer neuen Form sinnvoll und bin in den kommenden Jahren wieder dabei.

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