FAQ

Damit Sie sich möglichst schnell und umfassend informieren und Ihre Fragen klären können, haben wir im Folgenden einige Informationen zusammengestellt, nach denen wir häufig gefragt werden. Sollten Sie Fragen haben, die hier noch nicht beantwortet werden, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Allgemeine Fragen
Fragen für Schweinehalter
Fragen für Geflügelhalter

Allgemeine Fragen

Vorerst können Schweine- und Geflügelhalter an der Initiative Tierwohl teilnehmen.

Finanziert wird die Initiative durch die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Diese zahlen pro verkauftem Kilo Fleisch und Wurst einen festen Betrag an die Initiative Tierwohl, der für die Laufzeit 2018-2020 sogar um die Hälfte erhöht wurde. Sowohl bei Schweine- als auch bei Geflügelfleisch oder -wurst sind dies 6,25 Cent pro Kilogramm verkaufter Ware. Damit kommen ab 2018 ganze 130 Millionen Euro jährlich zusammen. In der Zeit von 2015-2020 geben die Handelsunternehmen ganze 645 Millionen Euro an die Initiative Tierwohl ab.

Ab April 2018 führt die Initiative Tierwohl ein Siegel ein. Vorerst gilt dies nur für unbehandeltes, frisches Geflügelfleisch. Ab Oktober 2018 wird es aber ausgeweitet auf bearbeitetes Geflügelfleisch (etwa panierte oder marinierte Ware). Immer, wenn Sie das unten aufgeführte Siegel sehen, kommt das Produkt aus einem Betrieb der Initiative Tierwohl. Im Bereich Schweinefleisch wird es noch kein Siegel geben, das heißt, Sie können nicht erkennen, ob ein Produkt von einem Tierwohl-Betrieb kommt oder nicht. Wir arbeiten aber auch hier an einer Lösung. Jedoch ist eine Nachverfolgbarkeit in der Schweinehaltung schwieriger, da ein Tier in seinem Leben in drei verschiedenen Betriebe lebt (Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Mast).

Das Fleisch, das aus an der Initiative teilnehmenden Betrieben stammt, wird seit Herbst 2015 unter anderem auch an den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben.

Der Zugang zur Initiative Tierwohl steht allen Schweinehaltern und Geflügelhaltern (Hähnchen und Pute) offen. Eine Einschränkung besteht darin, dass nur Tierhalter teilnehmen können, die in Deutschland Schweine, Ferkel oder Sauen halten und am QS-System (Status „lieferberechtigt“ in der QS-Datenbank) oder an einem vergleichbaren Qualitätssicherungssystem teilnehmen. Hähnchen- und Putenmastbetriebe steht sowohl aus dem In- als auch dem Ausland die Teilnahme offen.

Mit dem Start der Programmphase 2018-2020 und dem höheren Budget, konnte die Initiative Tierwohl deutlich mehr Betriebe aufnehmen. Über 6.000 Betriebe (über 4.100 Schweinehalter und knapp 1.900 Geflügelhalter) nehmen teil. Sie halten rund 520 Millionen Tiere.

Zu den obligatorischen Grundanforderungen der Initiative Tierwohl für Tierhalter zählt die jährliche Überprüfung des Stallklimas und Tränkewassers. Diese wird von speziell geschulten Fachexperten durchgeführt. Eine Übersicht über die Stallklima-Experten, Informationen für Interessenten an einer Schulung zum Stallklimaexperten sowie für Organisationen, die sich als Schulungseinrichtungen registrieren lassen wollen, finden Sie hier (am Ende der Seite). Wenn Sie wissen wollen, wie eine Kontrolle abläuft, lesen Sie das Interview mit einem unserer Prüfer: Tierarzt Dr. Rainer Schneichel.

Alle Maßnahmen der Initiative Tierwohl gehen klar über die gesetzlichen Standards hinaus. Sie fördern eine tiergerechtere Haltung, Hygiene und Tiergesundheit. Mit dem Tierwohlentgelt wird in den Ställen z.B. mehr Platz oder Tageslicht geschaffen oder mehr Beschäftigungsmaterial angeboten.
Eine detaillierte Zusammenstellung der Kriterien der Initiative Tierwohl sehen Sie hier.

Es gibt Pflichtkriterien, die jeder Landwirt umsetzen muss. Im Bereich Schweinehaltung gibt es zudem noch Wahlkritierien, die ein Landwirt je nach Betriebsart und Betriebsgröße für sich optimal zusammenstellen kann. Eine Übersicht über die Kriterien finden Sie hier.

Transparenz und lückenlose Kontrollen sind für den Erfolg der Initiative Tierwohl entscheidend. Daher überprüfen unabhängige Zertifizierungsstellen in regelmäßigen Audits die Einhaltung der Tierwohlkriterien. Hier finden Sie weitere Unterlagen, etwa zur Prüfsystematik sowie einen Ansprechpartner für Zertifizierungsstellen (am Ende der Seite).

Jeder teilnehmende Betrieb in der Schweinehaltung bekommt 500 Euro als jährlichen Grundbetrag, mit dem u.a. der Aufwand für die Umsetzung der Grundanforderungen Stallklima- und Tränkewassercheck kompensiert werden soll. Zusätzlich erhält jeder Betrieb in der Schweine- und Geflügelhaltung ein individuelles Tierwohlentgelt für die Umsetzung der Kriterien, je nach Größe des Betriebes oder der Wahlkriterien.

Die Initiative wird durch die teilnehmenden Einzelhandelsketten finanziert. Seit dem 1. Januar 2015 zahlen diese für jedes verkaufte Kilo Fleischware einen festen Betrag auf ein Tierwohl-Konto. Dieser Betrag hat sich seit 2018 von 4 Cent auf 6,35 Cent pro verkauftem Kilogramm erhöht, sodass der Handel 130 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellt.

Die Partner der Initiative sind der Meinung, dass alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für mehr Tierwohl übernehmen sollten – vom Bauern bis zum Verbraucher. Durch die Teilnahme des Lebensmitteleinzelhandels an der Initiative Tierwohl kann der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung konkret zu mehr Tierwohl beitragen und ist aktiv in den Prozess eingebunden.

Fragen für Schweinehalter

Alle Betriebe, die am 28. April 2015 zur Initiative Tierwohl angemeldet waren und entweder bereits teilnehmen oder derzeit auf der Warteliste stehen, werden bei der Auswahl bevorzugt behandelt. Alle Betriebe, die sich nach dem 28. April 2015 angemeldet haben, werden gleichrangig zu Neuanmeldungen gesehen und bei Überzeichnung des Budgets ausgelost. Eine Warteliste wird es nicht geben.

Jeder Betriebsleiter entscheidet selbst, mit welchen Produktionsarten (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung) er teilnehmen will. Es können auch nur einzelne Produktionsarten teilnehmen.

Sämtliche Anforderungen gelten immer für alle Tiere und Ställe eines teilnehmenden Betriebes. Der Betrieb ist definiert über VVVO-Nummer und Produktionsart (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung). Unter einer VVVO-Nummer kann also jede Produktionsart separat und unabhängig von anderen Produktionsarten angemeldet werden.

Ja, sämtliche angemeldeten Kriterien müssen erfüllt werden. Es genügt nicht, nur einen Teil einzuhalten: wenn ein Kriterium nicht erfüllt ist, hat der angemeldete Betrieb (VVVO-Nummer und Produktionsart) das Audit nicht bestanden.

Achtung: es gibt nur die Bewertung „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Nicht erfüllte Kriterien können nicht über Korrekturmaßnahmen abgearbeitet werden.

Im Ausnahmefall und frühestens nach 12 Monaten können die Kriterien geändert werden. Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft angemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit wird die Änderung wirksam.

Sämtliche Kriterien müssen immer für alle Tiere und alle Bereiche des angemeldeten Betriebs (VVVO-Nummer, Produktionsart) eingehalten werden, also auch für die neuen Betriebsteile und die zusätzlichen Tiere. Ein Zahlungsanspruch auf Tierwohlentgelt für die zusätzlichen Tiere besteht allerdings erst nach erfolgreichem Bestätigungsaudit durch die Zertifizierungsstelle.

Auch für eine Ausweitung der Kriterien gilt: Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft angemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit besteht ein Zahlungsanspruch.

Im Ausnahmefall und frühestens nach 12 Monaten können die Wahlkriterien geändert werden. Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft abgemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit können die Kriterien dann wegfallen.

Es gibt 2 unterschiedliche jährliche Audits. Das umfassende Folgeaudit (mit Dokumentenprüfung) ist unangekündigt (maximal 24 Std. vorher angemeldet). Dies gilt auch für das erste Audit zu Beginn der Teilnahme. Zusätzlich gibt es ein zweites jährliches Audit (bei dem die Kriterien im Stall untersucht werden), das völlig spontan durchgeführt wird.

Die Korrekturmaßnahmen, die die 15 Basiskriterien betreffen, müssen sämtlich umgesetzt sein – auch wenn beim QS-Audit ggfs. eine spätere Frist vereinbart wurde. Wenn ein Kriterium nicht eingehalten wird, muss mit der Einleitung eines Sanktionsverfahrens gerechnet werden.

Nein, jeder Verstoß gegen die Programmanforderungen wird immer einzelbetrieblich betrachtet und als Einzelfall bewertet.

Das im Programmhandbuch der Initiative Tierwohl ausgewiesene Tierwohlentgelt, das die Trägergesellschaft für die Umsetzung von Kriterien an die Tierhalter zahlt, ist ein Nettoentgelt. Die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl wird zusätzlich zu dem ausgewiesenen Tierwohlentgelt die gesetzliche Umsatzsteuer an die Tierhalter auszahlen.

Ein Mäster kann seine Mastschweine frei vermarkten. Es besteht keine Lieferverpflichtung an einen Schlachthof, der an der Initiative Tierwohl teilnimmt. Allerdings wird auch nur für die Tiere ein Tierwohlzuschuss gezahlt, die an einen teilnehmenden Schlachthof geliefert werden.

Alle teilnehmenden Schlachthöfe werden in einer Liste veröffentlicht, diese ist unter Downloads am Seitenende einzusehen. Die Mäster können daran erkennen, zu welchem Schlachthof sie für die Schlachtschweine liefern können, damit sie einen Tierwohlzuschuss von der Clearingstelle erhalten.

Alle teilnehmenden Bündler werden in einer Liste veröffentlicht, diese ist unter Downloads am Seitenende einzusehen. Aus der Liste kann dann ein Bündler ausgewählt werden. Es ist den Betrieben freigestellt, ob sie mit dem gleichen Bündler zusammenarbeiten wollen wie bei der QS-Systemteilnahme oder ob sie einen anderen Bündler wählen.

Landwirte, die Jungsauen (genauer: Zuchtläufer) aufziehen (ca. 30 bis 120 kg), sind für die Zuchttiere nicht zuschussberechtigt. Für ausselektierte Tiere, d.h. nicht zuchttaugliche Tiere, die als Schlachttiere verkauft werden (wie Mastschweine), kann ein Zuschuss gezahlt werden, wenn sie an einen teilnehmenden Schlachthof vermarktet werden. Diese Landwirte melden sich also als i.S. des Tierwohlprogramms als Mäster an.

Fragen für Geflügelhalter

Im Zuge der Anmeldung verpflichten sich die Betriebe die Grundanforderungen umzusetzen. Eine Übersicht zu den Kriterien finden Sie hier im Bereich Geflügelhalter.

Für die Geflügelhalter stehen vier verschiedene Etats zur Verfügung: Hähnchen Inland, Hähnchen Ausland, Pute Inland und Pute Ausland. Die Höhe dieser vier Etats ist abhängig von dem jeweiligen Absatz im Handel eingestuft worden.

Im Rahmen von Schulungen werden die Auditoren zugelassener Zertifizierungsstellen auf die Überprüfung der Einhaltung von Kriterien vorbereitet, die dann auch für die Überprüfung ausländischer Betriebe eingesetzt werden.