FAQ

Damit Sie sich möglichst schnell und umfassend informieren und Ihre Fragen klären können, haben wir im Folgenden einige Informationen zusammengestellt, nach denen wir häufig gefragt werden. Sollten Sie Fragen haben, die hier noch nicht beantwortet werden, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Allgemeine Fragen
Fragen für Schweinehalter
Fragen für Geflügelhalter

Allgemeine Fragen

Vorerst können Schweine- und Geflügelhalter an der Initiative Tierwohl teilnehmen.

Finanziert wird die Initiative durch die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Diese zahlen pro verkauftem Kilo Fleisch und Wurst einen festen Betrag an die Initiative Tierwohl. Sowohl beim Schweine- als auch beim Geflügelfleisch oder -wurst sind dies vier Cent pro Kilo. 2015 kamen so rund 85 Millionen Euro zusammen, bis Anfang 2018 sollen es 255 Millionen Euro werden.

Derzeit ist es nicht möglich, Produkte aus teilnehmenden Betrieben zu erkennen. Das liegt unter anderem daran, dass an der Produktion der Fleischprodukte bislang sowohl Hersteller, die bereits an der Initiative teilnehmen können, als auch solche, die es nicht tun, beteiligt sind. Dennoch finden Sie im Geschäft Hinweise zur Initiative Tierwohl – seit April 2016 informieren die Lebensmitteleinzelhändler über ihre Teilnahme an der Initiative, etwa über Hinweise an Bedientheken, Regalen, an der Kasse oder auf Plakaten. Auch auf Verpackungen können Kunden Hinweise zur Initiative Tierwohl finden. Die Informationen, auch der Hinweis auf dem Produkt selbst, bedeuten, dass das Geschäft die Initiative Tierwohl finanziell unterstützt. Die Kennzeichnung im Markt oder auf dem Produkt bedeutet aber nicht, dass das einzelne Produkt auch tatsächlich aus einem an der Initiative Tierwohl teilnehmenden Betrieb stammt. In diesem Video erklären wir noch einmal anschaulich, warum dies so ist.

Das Fleisch, das aus an der Initiative teilnehmenden Betrieben stammt, wird seit Herbst 2015 unter anderem auch an den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben.

Der Zugang zur Initiative Tierwohl steht allen Schweinehaltern und Geflügelhaltern (Hähnchen und Pute) offen. In der Startphase können nur Tierhalter teilnehmen, die in Deutschland Schweine, Ferkel oder Sauen halten und am QS-System (Status „lieferberechtigt“ in der QS-Datenbank) oder an einem vergleichbaren Qualitätssicherungssystem teilnehmen. Hähnchen- und Putenmastbetriebe steht sowohl aus dem In- als auch dem Ausland die Teilnahme offen.

Seit dem Frühjahr 2015 können sich Landwirte bei der Initiative Tierwohl registrieren. In der ersten Registrierungsphase wurden über 3.000 Betriebe zur Auditierung zugelassen, von denen rund 95% die Auditierung bestanden haben. Im Frühjahr 2016 konnten die ersten Betriebe von der Warteliste nachrücken. Insgesamt könnten damit 3.270 Betriebe an der Initiative teilnehmen und über 287 Millionen Schweine, Hähnchen und Puten davon profitieren. Die Initiative Tierwohl leistet damit mehr als jedes andere aktuelle System für mehr Tierwohl.

Ist das Interesse seitens der Landwirtschaft an der Initiative so groß, dass die Mittel vorübergehend nicht ausreichen, um weitere Betriebe teilnehmen zu lassen, kommen diese auf eine Warteliste. Sobald wieder Mittel zur Verfügung stehen, wird das Auswahlverfahren fortgesetzt und neuen Betrieben der Zugang ermöglicht. Im April 2016 haben die ersten 540 Betriebe die Chance erhalten, von der Warteliste nachzurücken und wurden für das Erstaudit zugelassen.

Zu den obligatorischen Grundanforderungen der Initiative Tierwohl für Schweinehalter zählt der jährliche Stallklimacheck. Dieser wird von speziell geschulten Fachexperten durchgeführt. Eine Übersicht über die Stallklima-Experten, Informationen für Interessenten an einer Schulung zum Stallklimaexperten sowie für Organisationen, die sich als Schulungseinrichtungen registrieren lassen wollen, finden Sie hier.

Alle Maßnahmen der Initiative Tierwohl gehen klar über die gesetzlichen Standards hinaus. Sie fördern eine tiergerechtere Haltung, Hygiene und Tiergesundheit. Mit dem Tierwohlentgelt wird in den Ställen z.B. mehr Platz oder Tageslicht geschaffen oder mehr Beschäftigungsmaterial angeboten.
Eine detaillierte Zusammenstellung der Kriterien der Initiative Tierwohl und inwiefern diese über den gesetzlichen Standards der Schweinehaltung liegen, können Sie hier abrufen.

Die Tierwohlkriterien sind eine Kombination aus Muss- und Kann-Kriterien, die je nach Betriebsart und Betriebsgröße optimal aufeinander abgestimmt werden können. Jeder Teilnehmer muss einen definierten Katalog von Grundanforderungen einhalten, der Maßnahmen zur tierschutzgerechten Haltung, Hygiene und Tiergesundheit beinhaltet.

Teilnehmende Betriebe können darüber hinaus weitergehende Maßnahmen in Form von individuellen Wahlpflichtkriterien umsetzen.

Transparenz und lückenlose Kontrollen sind für den Erfolg der Initiative Tierwohl entscheidend. Daher überprüfen unabhängige Zertifizierungsstellen in regelmäßigen Audits die Einhaltung der Tierwohlkriterien. Hier finden Sie weitere Unterlagen, etwa zur Prüfsystematik sowie einen Ansprechpartner für Zertifizierungsstellen.

Jeder teilnehmende Betrieb in der Schweinehaltung bekommt 500,00 Euro als jährlichen Grundbetrag, mit dem u.a. der Aufwand für die Umsetzung der Grundanforderungen Stallklima- und Tränkewassercheck kompensiert werden soll.

Zusätzlich erhält der Betrieb ein individuelles Tierwohlentgelt für die Umsetzung der Wahlpflichtkriterien.

Die Initiative wird durch die teilnehmenden Einzelhandelsketten finanziert. Seit dem 1. Januar 2015 zahlen diese für jedes verkaufte Kilo Fleischware vier Cent auf ein Tierwohl-Konto.

Die Partner der Initiative sind der Meinung, dass alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für mehr Tierwohl übernehmen sollten – vom Bauern bis zum Verbraucher. Durch die Teilnahme des Lebensmitteleinzelhandels an der Initiative Tierwohl kann der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung konkret zu mehr Tierwohl beitragen und ist aktiv in den Prozess eingebunden.

Fragen für Schweinehalter

Jeder Betriebsleiter entscheidet selbst, mit welchen Produktionsarten (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung) er teilnehmen will. Es können auch nur einzelne Produktionsarten teilnehmen.

Sämtliche Anforderungen gelten immer für alle Tiere und Ställe eines teilnehmenden Betriebes. Der Betrieb ist definiert über VVVO-Nummer und Produktionsart (Schweinemast, Ferkelaufzucht, Sauenhaltung). Unter einer VVVO-Nummer kann also jede Produktionsart separat und unabhängig von anderen Produktionsarten angemeldet werden.

Ja, sämtliche angemeldeten Kriterien müssen erfüllt werden. Es genügt nicht, nur einen Teil einzuhalten: wenn ein Kriterium nicht erfüllt ist, hat der angemeldete Betrieb (VVVO-Nummer und Produktionsart) das Audit nicht bestanden.

Achtung: es gibt nur die Bewertung „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Nicht erfüllte Kriterien können nicht über Korrekturmaßnahmen abgearbeitet werden.

Im Ausnahmefall und frühestens nach 12 Monaten können die Kriterien geändert werden. Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft angemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit wird die Änderung wirksam.

Sämtliche Kriterien müssen immer für alle Tiere und alle Bereiche des angemeldeten Betriebs (VVVO-Nummer, Produktionsart) eingehalten werden, also auch für die neuen Betriebsteile und die zusätzlichen Tiere. Ein Zahlungsanspruch auf Tierwohlzuschuss für die zusätzlichen Tiere besteht allerdings erst nach erfolgreichem Bestätigungsaudit durch die Zertifizierungsstelle.

Auch für eine Ausweitung der Kriterien gilt: Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft angemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit besteht ein Zahlungsanspruch.

Im Ausnahmefall und frühestens nach 12 Monaten können die Kriterien geändert werden. Diese Änderung muss zuvor über den Bündler bei der Trägergesellschaft abgemeldet werden und dann in einem Audit überprüft werden. Erst nach bestandenem Bestätigungsaudit können die Kriterien dann wegfallen.

Jeder Tierhalter gibt bei der Anmeldung zum Tierwohlprogramm auch an, von wann an er die Kriterien einhalten will. Dieses selbstgewählte Datum ist der Termin, ab dem die Kriterien dann eingehalten werden müssen.

Hinweis: zur Anmeldung müssen die Kriterien noch nicht eingehalten werden. Zwischen Anmeldetermin und Umsetzungstermin für die Kriterien darf ein Abstand von maximal 5 Monaten liegen.

Ja, alle Tierwohlaudits sind unangekündigt (maximal 48 Std. vorher angemeldet). Dies gilt auch für das erste Audit zu Beginn der Teilnahme, wobei hier der Landwirt ja selbst angibt, von wann an er die Kriterien einhalten wird und also zum Audit bereit ist.

Die Korrekturmaßnahmen, die die 15 Basiskriterien betreffen, müssen sämtlich umgesetzt sein – auch wenn beim QS-Audit ggfs. eine spätere Frist vereinbart wurde. Wenn ein Kriterium nicht eingehalten wird, muss mit der Einleitung eines Sanktionsverfahrens gerechnet werden.

Nein, jeder Verstoß gegen die Programmanforderungen wird immer einzelbetrieblich betrachtet und als Einzelfall bewertet.

Das im Programmhandbuch der Initiative Tierwohl ausgewiesene Tierwohlentgelt, das die Trägergesellschaft für die Umsetzung von Kriterien an die Tierhalter zahlt, ist ein Nettoentgelt. Die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl wird zusätzlich zu dem ausgewiesenen Tierwohlentgelt die gesetzliche Umsatzsteuer an die Tierhalter auszahlen.

Ein Mäster kann seine Mastschweine frei vermarkten. Es besteht keine Lieferverpflichtung an einen Schlachthof, der an der Initiative Tierwohl teilnimmt. Allerdings wird auch nur für die Tiere ein Tierwohlzuschuss gezahlt, die an einen teilnehmenden Schlachthof geliefert werden.

Alle teilnehmenden Schlachthöfe werden in einer Liste veröffentlicht, diese ist unter Downloads am Seitenende einzusehen. Die Mäster können daran erkennen, zu welchem Schlachthof sie für die Schlachtschweine liefern können, damit sie einen Tierwohlzuschuss von der Clearingstelle erhalten.

Alle teilnehmenden Bündler werden in einer Liste veröffentlicht, diese ist unter Downloads am Seitenende einzusehen. Aus der Liste kann dann ein Bündler ausgewählt werden. Es ist den Betrieben freigestellt, ob sie mit dem gleichen Bündler zusammenarbeiten wollen wie bei der QS-Systemteilnahme oder ob sie einen anderen Bündler wählen.

Landwirte, die Jungsauen (genauer: Zuchtläufer) aufziehen (ca. 30 bis 120 kg) aufziehen sind für die Zuchttiere nicht zuschussberechtigt. Ausselektierte, d.h. nicht zuchttaugliche Tiere, die als Schlachttiere verkauft werden (wie Mastschweine), können für diese Tiere einen Zuschuss erhalten, wenn sie an einen teilnehmenden Schlachthof vermarkten. Diese Landwirte melden sich also als i.S. des Tierwohlprogramms als Mäster an.

Fragen für Geflügelhalter

Im Zuge der Anmeldung verpflichten sich die Betriebe die Grundanforderungen und die beiden Wahlpflichtanforderungen umzusetzen. Eine Übersicht zu den Kriterien finden Sie hier

Nr. Kriterien
1 Tierhaltung, Hygiene, Tiergesundheit
2 Bezug von Eintagsküken aus QS-Brütereien
3 Maßnahmen zur Verbesserung der Fußballengesundheit
4 Handlungsanweisungen zum Vorausstallen (nur Hähnchen)
5 Nachweis über eine jährliche Fortbildung von Tierhaltern
6 Teilnahme am Tierwohlkontrollprogramm
  Wahlpflichtanforderungen
1 Zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten
2 Vergrößertes Platzangebot

Für die Geflügelhalter stehen vier verschiedene Etats zur Verfügung: Hähnchen Inland, Hähnchen Ausland, Pute Inland und Pute Ausland. Die Höhe dieser vier Etats ist abhängig von dem jeweiligen Absatz im Handel eingestuft worden.

Im Rahmen von Schulungen werden die Auditoren zugelassener Zertifizierungsstellen auf die Überprüfung der Einhaltung von Kriterien vorbereitet, die dann auch für die Überprüfung ausländischer Betriebe eingesetzt werden.